01
>IDEE & BERUFSWAHL
Ausgangspunkt war die Aufgabe des P-Seminars „Technik-Scout" in der 11. Klasse: einen technischen Beruf vorstellen und entlang von 5 Challenges dokumentieren.
Wir haben uns für den Beruf IT-Sicherheitsspezialist:in (Cybersecurity-Expert:in) entschieden, weil:
- der Beruf gesellschaftlich extrem relevant ist (kritische Infrastruktur, Datenschutz, KI),
- er sehr zukunftssicher und gut bezahlt ist,
- uns Hackerangriffe, Schutzmechanismen und digitale Forensik faszinieren.
Ergebnis: Beruf festgelegt, Leitfrage formuliert – „Warum ist IT-Sicherheit der Beruf der Zukunft?"
02
>DATENRECHERCHE
Bevor irgendetwas gebaut wurde, mussten Fakten her. Recherchequellen waren u.a.:
- BERUFENET / Bundesagentur für Arbeit – offizielle Berufsbeschreibung, Ausbildungswege.
- Branchenberichte (Bitkom, BSI) – Fachkräftemangel, Bedrohungslage in Deutschland.
- Stellenportale (StepStone, LinkedIn) – Gehaltsspanne Junior → Senior → Lead.
- YouTube-Recherche – mehrere Experten-Interviews zur Berufsorientierung in der Cybersecurity.
Aus dieser Recherche entstanden die Inhalte für die 7 Datenpakete im Spiel:
- Aufgaben & Ziel des Berufs
- Ausbildungswege (Studium, Ausbildung, Selbststudium + Zertifikate)
- Notwendige Skills (Netzwerke, Programmieren, Threat Modeling, Analytik)
- Einsatzbereiche (Pen-Tester, Forensik, Cloud-Security, Consultant)
- Gehalt (Junior 45–60 k €, Senior 85–120 k €, Lead bis 150 k €)
- Zukunftstrends (KI, Quantencomputer, Zero Trust)
- Bedrohungs-Briefings (DDoS, Ransomware, Phishing usw.) – inkl. Verteidigungsmaßnahmen
03
>INTERVIEW @ SIEMENS AG
Über das P-Seminar haben wir Kontakt zu einem Cybersecurity-Experten der Siemens AG, Herrn Alexander Kleeberger, bekommen. Mit ihm wurde ein strukturiertes Interview mit 5 Leitfragen geführt:
- Warum haben Sie sich für den Job in der Cybersecurity entschieden?
- Haben Sie sich den Job so vorgestellt, wie er tatsächlich ist?
- Hat sich der Tagesablauf über die Zeit verändert?
- Welche Fähigkeiten braucht man für diesen Job?
- Wie stellen Sie sich den Job in der Zukunft vor – besonders in Bezug auf KI?
Das vollständige Interview liegt im Materialordner.
Warum ein Transkript? Aus Datenschutz-, Qualitäts- und Stilgründen wollten wir das Original-Video nicht direkt im Spiel verwenden. Stattdessen wurden die Antworten wortgetreu transkribiert und für die spätere KI-Vertonung leicht angepasst.
04
>HEYGEN VIDEO-KI
Damit die Antworten im Spiel als kleine Interview-Sequenzen erscheinen, haben wir den Avatar-Dienst HeyGen eingesetzt:
- Für jede der 5 Antworten aus dem Interviewwurde ein Skript vorbereitet und an wenigen Stellen angepasst.
- In HeyGen wurde ein Avatar ausgewählt, der die Rolle „IT-Security-Experte" glaubwürdig vermittelt.
- Eine deutsche KI-Stimme wurde gewählt und auf einen sachlichen, ruhigen Tonfall eingestellt.
- Pro Frage wurde ein eigenes Video generiert, geprüft und exportiert.
- Die Dateien wurden mit sprechenden Dateinamen im Ordner hinterlegt:
- Antwort1hg.mp4 – Frage 1: Warum Cybersecurity?
- Antwort2hg.mp4 – Frage 2: Wie vorgestellt?
- Antwort3hg.mp4 – Frage 3: Tagesablauf verändert?
- Antwort4hg.mp4 – Frage 4: Welche Fähigkeiten?
- Antwort5hg.mp4 – Frage 5: Job in der Zukunft / KI?
Lerneffekt: HeyGen liefert nicht beim ersten Versuch perfekte Ergebnisse – Skript, Betonung und Pausen mussten mehrfach iteriert werden. Erst ein Update auf die bezahlte Pro-Version lieferte gute Ergebnisse.
05
>SPIELKONZEPT
Statt einer klassischen Präsentation oder eines reinen Erklärvideos sollte aus Challenge 5 („Sei kreativ") etwas Spielerisches werden:
- Genre: 2D-Jump-and-Run im Retro-Look.
- Story: Jahr 2030. Die Siemens AG hat 7 kritische Datenpakete verloren. Spieler:in ist AGENT 404, durchquert ein digitales Labyrinth, bekämpft Bedrohungen (Viren, DDoS, Ransomware …) und sammelt Wissen.
- Spielmechanik:
- 2 Daten-Schriftrollen = die 7 Wissens-Bausteine aus der Recherche.
- 5 Interview-Kristalle = schalten je eines der HeyGen-Antwort-Videos frei.
- Bedrohungs-Encounter = Mini-Briefings über reale Cyberangriffe und ihre Abwehr.
- End-Mainframe = Abspann mit Quellen und Danksagung.
So lernt die Spielerin/der Spieler den Beruf nicht passiv, sondern erspielt ihn sich.
06
>CODEN MIT CLAUDE
Das gesamte Spiel ist eine einzige HTML-Datei. So läuft es überall sofort im Browser.
Gebaut wurde es iterativ mit Claude (Anthropic):
- Grundgerüst: Titelscreen, Game-Container, Touch-Controls.
- Engine: Spielerphysik (Laufen, Springen, Schwerkraft), Kollisionen mit Plattformen.
- Welt-Design: Layout mit Plattformen, Pickups (Schriftrollen, Kristalle), Endgegner.
- Gegner & Effekte: Viren-Sprites, Laser-Hindernisse, Partikel, Glitch-Animationen.
- Inhaltsmodule: Datenpaket, Interview-Trigger, Threat-Briefings.
- Audio: Hintergrundmusik erstellt mit suno.com (Loop, ein-/ausschaltbar).
- Mobile-Support: Touch-Buttons (◄ ► ▲).
- Polishing: Story-Screen, Win-Screen mit Slide-Reihe (Autoren, Schule, Quellen), Replay-Button.
Vorgehen mit Claude (typischer Loop):
- Funktion in eigenen Worten beschreiben („Wenn der Spieler einen Kristall einsammelt, soll …").
- Claude generiert/ändert den entsprechenden HTML/JS-Block.
- Datei lokal im Browser testen.
- Bug oder Wunsch zurückmelden („Musik leiser, sobald Video läuft").
- Wiederholen, bis sich das Verhalten richtig anfühlt.
07
>TEST & FEINSCHLIFF
- Durchgeführt mit Familienmitgliedern.
- Desktop-Test: Tastatursteuerung (← →, Space / ↑), alle 5 Videos abspielbar, Musik/Sound-Steuerung.
- Mobile-Test: Touch-Buttons funktionieren, Layout bleibt lesbar, kein ungewolltes Scrollen.
- Inhaltscheck: Texte gegen Recherche und Interview-Transkript abgeglichen.
- Bugfix-Runden: Replay-Reset, Slide-Wechsel im Win-Screen, Audio-Verhalten beim Video-Start.
// FAZIT
Es entstand ein kleines, voll spielbares Cyberpunk-Browser-Game, das Berufsorientierung, echte Recherche, ein Experteninterview und moderne KI-Werkzeuge (HeyGen für Video, Claude fürs Coden) kombiniert.
Ziel war nicht, „ein Video abzudrehen", sondern Wissen interaktiv erlebbar zu machen – passend zum Beruf, der genau davon lebt: aus Daten verstehen, was wirklich los ist.